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Galabau Maschinen auf Asphalt
HAVA Kassel4. September 2026Ratgeber

GaLaBau 2026: Stabile Auftragslage trifft auf steigende Kosten

Was die aktuellen Branchendaten für Gartenbau und Landschaftsbau bedeuten

Der Gartenbau und Landschaftsbau startet nicht mit leeren Auftragsbüchern in das Jahr 2026. Die Nachfrage ist weiterhin vorhanden. Gleichzeitig wird es schwieriger, aus einem guten Auftragsbestand auch einen guten Ertrag zu erwirtschaften. Hohe Material-, Energie- und Personalkosten treffen auf vorsichtigere private Auftraggeber und angespannte kommunale Haushalte.

Die aktuellen Zahlen zeichnen deshalb kein Krisenbild. Sie zeigen eine robuste Branche mit begrenztem Wachstumsspielraum. Für Betriebe kommt es jetzt besonders auf eine saubere Kalkulation, klare Leistungsbeschreibungen und einen Versicherungsschutz an, der zu den tatsächlichen Tätigkeiten passt.

GaLaBau 2026: Die Branche bleibt wirtschaftlich bedeutend

Der Branchenumsatz stieg 2025 nominal um 4,3 Prozent auf 11,11 Milliarden Euro. In den deutschen GaLaBau-Betrieben arbeiteten 131.746 Menschen. Der Privatgarten blieb mit annähernd 57 Prozent des Gesamtumsatzes das wichtigste Auftraggebersegment. Öffentliche Aufträge machten 21,23 Prozent aus.

Nominales Wachstum bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Betriebe real deutlich mehr verdient haben. Steigende Preise und höhere betriebliche Kosten können den Umsatzzuwachs teilweise aufzehren. Genau das zeigt die Frühjahrsumfrage 2026 des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, an der 699 Mitgliedsbetriebe teilnahmen.

51,8 Prozent der befragten Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Weitere 40,1 Prozent bezeichneten sie als befriedigend. Der Anteil der Betriebe mit einer schlechten Einschätzung lag bei 8,2 Prozent. Die Branche steht damit insgesamt stabil da, schaut aber vorsichtiger nach vorn als noch ein Jahr zuvor.

Stabile Auftragslage, aber wenig zusätzliche Dynamik

Rund zwei Drittel der befragten Betriebe bewerteten ihre Auftragssituation gegenüber dem Vorjahr als gleich oder besser. 33,3 Prozent berichteten dagegen von einer schlechteren Lage. In der Pflege und im Neubau lag die durchschnittliche Auslastung jeweils bei 18 Wochen.

Das ist eine solide Grundlage. Zugleich fehlen vielerorts neue Impulse. Private Auftraggeber prüfen Ausgaben genauer oder verschieben größere Vorhaben. Im öffentlichen Bereich treffen ein hoher Bedarf und knappe Haushaltsmittel aufeinander. Für Betriebe wird es dadurch wichtiger, nicht nur die Zahl der Aufträge zu betrachten. Entscheidend ist, ob ein Auftrag zu auskömmlichen Bedingungen ausgeführt werden kann.

Hohe Kosten drücken auf den Ertrag

Die Ertragssituation ist der Schwachpunkt der aktuellen Entwicklung. 65,2 Prozent der befragten Unternehmen bewerteten ihre Ertragslage als unbefriedigend oder verbesserungsfähig. Nur 34,8 Prozent gaben an, dass die Gewinne ihren Erwartungen entsprechen.

Der BGL nennt vor allem hohe Material-, Energie- und Personalkosten als Belastung. Hinzu kommt die nächste tarifliche Stufe: Zum 1. Juli 2026 stiegen die Löhne und Gehälter im GaLaBau um weitere 3,3 Prozent. Gute und faire Bezahlung ist für die Bindung qualifizierter Fachkräfte wichtig. Sie muss aber in der Kalkulation vollständig berücksichtigt werden.

Wer Angebote über längere Zeiträume mit alten Verrechnungssätzen erstellt, trägt das Kostenrisiko selbst. Das gilt besonders bei Projekten mit hohem Materialanteil, langen Ausführungszeiten oder schwer vorhersehbaren Baustellenbedingungen. Preisgleitklauseln, Nachträge und klare Regelungen zu Zusatzleistungen gehören deshalb nicht in die Schublade, sondern in die tägliche Vertragsarbeit.

Kommunale Aufträge bleiben wichtig, aber nicht sicher planbar

Die Kommunen wollen 2026 nach Angaben des KfW-Kommunalpanels rund 50 Milliarden Euro in ihre Infrastruktur investieren. Gleichzeitig stieg der wahrgenommene kommunale Investitionsrückstand auf 231,2 Milliarden Euro. Die großen Pläne treffen also auf einen enormen Nachholbedarf.

Für den GaLaBau entstehen daraus grundsätzlich Chancen. Schulen, Straßenräume, Sportstätten und öffentliche Freiflächen benötigen Planung, Bau, Pflege und Klimaanpassung. Die KfW weist jedoch darauf hin, dass erfahrungsgemäß nur etwa zwei Drittel der geplanten Investitionen tatsächlich umgesetzt werden. Genehmigungsverfahren, Vergaberecht, baurechtliche Anforderungen und fehlendes Personal in den Verwaltungen können Projekte verzögern.

Betriebe sollten öffentliche Vorhaben deshalb nüchtern bewerten. Ein angekündigtes Programm ist noch kein Auftrag. Ein erteilter Auftrag ist noch kein guter Auftrag, wenn Fristen, Preisbindung, Nachträge und Zahlungsbedingungen nicht zur betrieblichen Realität passen.

Klimaanpassung schafft neue Aufgaben für den GaLaBau

Langfristig bleibt der Bedarf hoch. Städte und Gemeinden müssen mit Hitze, Trockenheit und Starkregen umgehen. Grün-blaue Infrastruktur verbindet Vegetation und Wasser. Dazu gehören zum Beispiel Stadtbäume, entsiegelte Flächen, Regenwasserrückhalt, Versickerung, Dach- und Fassadenbegrünung sowie widerstandsfähige Freiräume.

Auch Biodiversität, naturnahe Firmengelände und eine fachgerechte Pflege gewinnen an Bedeutung. Für GaLaBau-Betriebe eröffnet das neue Geschäftsfelder. Gleichzeitig steigen die fachlichen Anforderungen. Neue Leistungen erfordern geschulte Mitarbeitende, geeignete Maschinen, nachvollziehbare Dokumentation und klare Verantwortlichkeiten.

Was Betriebe jetzt konkret prüfen sollten

  • Stundensätze, Materialzuschläge und Gemeinkosten regelmäßig aktualisieren.
  • Leistungsumfang, Schnittstellen und Zusatzarbeiten im Angebot klar beschreiben.
  • Nachträge rechtzeitig anzeigen und nachvollziehbar dokumentieren.
  • Zahlungspläne, Abschlagszahlungen und Zahlungsziele aktiv steuern.
  • Neue Tätigkeiten, Maschinen und den Einsatz von Subunternehmern frühzeitig erfassen.
  • Arbeitsschutz, Einweisung und Baustellendokumentation nicht dem Zeitdruck opfern.

Die Betriebshaftpflicht muss mit dem Betrieb Schritt halten

Wirtschaftlicher Druck darf nicht dazu führen, dass Tätigkeiten oder Risiken nur verkürzt beschrieben werden. Gerade wenn ein Betrieb sein Angebot erweitert, kann sich das Haftungsrisiko verändern. Das gilt etwa bei Dach- und Fassadenbegrünung, Spielplatz- und Sportplatzbau, Baumarbeiten, Erdarbeiten, Regenwassermanagement, ökologischer Baubegleitung oder Winterdienst.

Auch neue Maschinen, gemietete Arbeitsgeräte und die Vergabe von Leistungen an Subunternehmer sollten bei der Prüfung des Versicherungsschutzes berücksichtigt werden. Maßgeblich sind immer der vereinbarte Vertrag, die Versicherungsbedingungen und das tatsächlich beschriebene Betriebsrisiko.

Eine Betriebshaftpflicht schützt grundsätzlich vor den finanziellen Folgen berechtigter gesetzlicher Haftpflichtansprüche aus versicherten betrieblichen Tätigkeiten. Unberechtigte Ansprüche werden abgewehrt. Nicht mit einer Haftpflichtversicherung verwechselt werden dürfen die Kosten, eine eigene mangelhafte Leistung nachzubessern. Solche Erfüllungs- und Mängelbeseitigungskosten sind typischerweise nicht versichert. Ob ein daraus entstehender Schaden an fremden Sachen gedeckt ist, hängt vom konkreten Schaden und den vereinbarten Bedingungen ab.

Für Betriebe ist deshalb nicht nur die Höhe der Versicherungssumme wichtig. Entscheidend ist, ob die tatsächlichen Tätigkeiten vollständig und zutreffend erfasst sind. Wer neue Leistungen anbietet, sollte den Versicherungsschutz vor dem ersten Auftrag prüfen lassen.

Fazit: Stabilität braucht klare Entscheidungen

Der GaLaBau bleibt 2026 ein stabiler und gesellschaftlich wichtiger Wirtschaftszweig. Die Auftragslage ist solide, der Bedarf an gepflegten, klimaangepassten und biodiversen Freiräumen wächst. Gleichzeitig stehen die Margen unter Druck. Hohe Kosten, zurückhaltende Auftraggeber und unsichere kommunale Investitionen verlangen mehr betriebswirtschaftliche Disziplin.

Wer sauber kalkuliert, Leistungen klar beschreibt, Veränderungen dokumentiert und den Versicherungsschutz an neue Tätigkeiten anpasst, schafft eine belastbare Grundlage. Gute Aufträge sind wichtig. Gute Erträge und ein passender Schutz sind ebenso wichtig.

Zeit für Orange.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau: Frühjahrsumfrage 2026, 18. Mai 2026
  • Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau: GaLaBau Branchendaten 2025
  • Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau: Tarifabschluss im GaLaBau 2025
  • KfW Research: KfW-Kommunalpanel 2026, Pressemitteilung vom 17. Juni 2026

Weitere Beiträge

  • GaLaBau 2026: Stabile Auftragslage trifft auf steigende Kosten
  • Verkehrsopferhilfe: Wer hilft, wenn nach einem Verkehrsunfall kein Versicherer zahlt?
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